| "Du musst nur langsam genug gehen, um immer in der Sonne zu bleiben." (Antoine de Saint-Exupéry) |
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| Eine Seite über Attachment Parenting und respektvolle Erziehung | |||||||||||||||||||||
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Erziehung bedeutet Beispiel und Liebe, sonst nichts.
Liebe und BeispielUnd das ist ganz einfach alles: Liebe und Beispiel! So einfach ist das! Wirklich! Probiert es aus! Alles, was jetzt noch zu lesen ist, ist Geschwafel! Ich muss dir was lernen!![]() Der größte Fehler von Erwachsenen liegt darin, dass sie immer meinen, Kindern etwas beibringen zu müssen. Brauchen sie aber ganz und gar nicht! Ein Kind ist ein soziales Wesen (Liedloff) und WILL unter allen Umständen mit seinen Bezugspersonen kooperieren (Juul). Es ist von Grund auf bestrebt, an allem teilzuhaben und mitzuwirken, was die soziale Einheit ausmacht und trägt! Es will nützlich sein. Das Kind lernt daher all das, was es bei euch sieht. Es ahmt euch nach. Ihr könnt es nicht vermitteln und ihr könnt es nicht verhindern. Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht! Ohne "Lehrer", keine Belehrten. Wenn ihr euer Kind nicht zwingt, etwas zu einem bestimmten Zeitpunkt gelernt zu haben, dann könnt ihr auf das Handwerkszeug der Kinderkonditionierung (Strafen, Belohnen, Klapsen, Sanktionen, Konsequenzen, Manipulieren, Tadeln) getrost verzichten. Denn bedenkt: auch in der Anwendung dieses Handwerkzeugs seid ihr Vorbilder und oftmals ist der einzige Wert, den Eltern wirklich ihrem Kind beibringen, Gewalt. Karl Valentins "Erziehung ist zwecklos; die Kinder machen den Erwachsenen ohnehin alles nach." ist nicht nur lustig, sondern wahr.
Pädagogisches FrustenDie schlimmste Form des Lehrens ist das "pädagogische Frusten". Es tritt syntaktisch immer in der "Auchmal"-Form auf: Das Kind muss auch mal warten/teilen/alleine spielen können, es muss auch mal lernen, dass es nicht an erster Stelle steht, etc. Mit "auch mal" versuchen wir zu verschleiern, dass das, was wir da lehren wollen, komplett bescheuert und bekloppt ist (und unser Kind vermutlich zu Recht rebelliert): Deswegen nehmen wir unser Lernziel ein bisschen zurück. Das Kind muss es "auch" können. Neben wichtigen Dingen. Und mal. Wie manchmal. Nicht immer. Auch mal. Das Gelernte an sich braucht das Kind übrigens meist für "später". Weil "man" das so macht. Eliminiert das "auchmal", "man" und "später" am besten aus eurem Sprachschatz! Wenn euer Kind tatsächlich so etwas lernen soll: Macht es vor! Wartet auch mal auf dem Spielplatz ne halbe Stunde mehr, teilt eure Schokolade, spielt Lego statt Zeitung zu lesen Grenzen und Regeln
Nein, ihr müsst euch keine "Grenzen" und "Regeln" ausdenken, damit euer Kind lernt, dass es Grenzen und Regeln gibt. Das weiß es, seit es die Spieluhr in die Wanne geduppt hat und die jetzt nicht mehr geht. Die Natur bietet so einen unerschöpflichen Reichtum an Grenzen, dass ein Kind daran verzweifeln könnte (zu hoch, zu schwer, zu groß ...). Dazu gibt es noch die Grenzen, die unsere kinderfeindliche Welt setzt: vierspurige Straßen, Treppen ohne Geländer, freilaufende große Hunde usw. Es liegt in eurer Verantwortung als Erwachsene euer Kind davor zu schützen. Nicht in der eures Kindes. Es wird diese Grenzen verstehen und akzeptieren, wenn es die geistige Reife dazu hat. Und dann sind da Grenzen, die euch als Eltern schützen, eure persönlichen Grenzen, die ihr nicht überschritten sehen möchte, die ihr als klare Ich-Botschaften formulieren müsst ("NEIN, ich will nachts um 3 Uhr nicht Lego spielen, NEIN, ich mag jetzt keinen Lärm, ich bin kaputt"). Euer Kind wird diese Grenzen respektieren, wenn es erlebt hat, dass ihr seine Grenzen respektiert ("NEIN, ich will nicht ins Bett, NEIN, ich mag nicht gewickelt werden"). Persönliche Grenzen sind persönliche Grenzen. Eure sind nicht wichtiger als die eures Kindes. Ganz im Gegenteil: Als Erwachsene könnt ihr eher zurückstecken. Lebt eurem Kind vor, dass persönliche Grenzen respektiert werden, denn ihr werdet wollen, dass es auch zu dem fremden Mann, der mit dem Auto hält und euer Kind ein Stück mitnehmen will, ganz souverän "NEIN" sagt. DAS sind so viele Grenzen, dass ihr überlegen solltet, Grenzen abzubauen (z.B. durch JA-Umgebungen), statt noch mehr aufzubauen! Die Mingvase einfach wegzuräumen und nicht rumstehen zu lassen, weil das Kind lernen muss, dass es Grenzen gibt. Bunt statt schwarzweißJede denkbare Alltagssituation entpuppt sich als Geflecht von Grenzen, Verboten und Geboten, die gegeneinander abgewogen und ausgelotet werden müssen. Euer Kind lässt sich nicht wickeln? Hier kommen ins Spiel: eure persönlichen Grenzen (es stinkt! die Kacke verteilt sich!), die eures Kindes (spielt so schön! ist warm! schämt sich! will selber machen!), natürliche Grenzen (Popo wird wund!). Als Erwachsene müsst ihr dieses Geflecht entwirren und eine Entscheidung treffen - dabei auch bedenken, dass Erwachsene eine Grenzüberschreitung viel besser wegstecken können als ein Kleinkind. Eure Grenzen und die des Kindes sind von eurer Tagesform abhängig - deshalb gibt es keine Pauschalentscheidungen (Immer wickeln!). Erziehung muss nicht konsequent sein, Familie ist mehr als x->y und das Leben unter Menschen vielfältig. Papa darf anders "erziehen" als Mama, und heute anders als morgen! Du hast dir dein Kind geschnappt und willst es wickeln, doch es schreit wie am Spieß? Es hat offensichtlich die heftigere Grenzüberschreitung auszuhalten, also stecke zurück und entscheide dich um ("Du willst wirklich nicht gewickelt werden, was? Das wusste ich nicht. Ich sehe, du spielst grad so schön! Komm, ich spiel ne Runde mit, wir wickeln später!"). Was lernt euer Kind daraus? Mensch sein, nachgeben können, Liebe, Einfühlungsvermögen, Rücksicht nehmen, Bedürfnisse ernst nehmen, Grenzen achten, Respekt. Was lernt es nicht? Dass derjenige Recht hat, der die Kraft hat, den anderen auf den Wickeltisch zu hieven.
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