"Du musst nur langsam genug gehen,
um immer in der Sonne zu bleiben."
(Antoine de Saint-Exupéry)
Eine Seite über Attachment Parenting und respektvolle Erziehung

Die Arbeit wartet, während du dem Kind den Regenbogen zeigst. Aber der Regenbogen wartet nicht, bis du deine Arbeit beendet hast.
(Chinesische Weisheit)

Die Gretchenfrage

Kaum eine Frage entzweit die Welt so sehr wie die nach der Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Kindern. Mamas, die "zu Hause" bleiben, gelten als "faul", "finanziell abhängig", "Glucken". Papas, die zu Hause bleiben, als "cool" und "modern". Mamas, die arbeiten, sind "Rabenmütter", "verwirklichen sich auf Kosten ihrer Kinder selbst", Papas, die arbeiten, sind "Ernährer", "verantwortungsvoll", "vorbildlich". Was fällt euch auf? Männer haben die bessere Lobby. Schade. Und nicht so süß! Da müssen wir die Welt wohl ein bisschen ändern, damit sie zu unseren Bedürfnissen passt.

Bedürfnisse von Eltern und Kindern

Am liebsten ist euer Kind mit der primären Bezugsperson zusammen - ob das Mama oder Papa ist, ist wumpe, aber Mama hat die schöneren Brüste! Es nützt nicht viel, sich die Köpfe heißzureden, ob das Kind vor zwei Jahren, ab zwei Jahren oder ab drei Jahren Fremdbetreuung hinnehmen kann oder ob das Kind eine, zwei oder unendlich viele Bezugspersonen haben kann - ich gehe davon aus, dass ihr Kinder in die Welt gesetzt habt, weil ihr euer Leben und eure Welt mit ihnen teilen WOLLT - vielleicht nicht jede Sekunde, aber bestimmt die meiste Zeit des Tages!

Euer Bedürfnis und das des Kindes: Zusammensein! Nähe erzeugt Nähe. Beim Zusammensein mit eurem Kind (v.a. beim Stillen), wird Oxytocin ausgeschüttet, das euer Brutverhalten verstärkt: Ihr wünscht, noch mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können (Deswegen sind Montage so furchtbar). Andersherum wird der Oxytocinspiegel heruntergefahren, wenn ihr euer Kind längere Zeit nicht gesehen habt. Andere Dinge werden für den Moment wichtiger (Deswegen geht man abends gerne nochmal ein Bierchen trinken nach Dienstschluss).

Und nun?

Was also tun? Wovon lebt die sicher gebundene Familie im Oxytocinrausch? Da ihr im Moment nicht darauf hoffen dürft, eines Tages Nutznießer eines bedingungslosen Grundeinkommens zu werden, weil einige Zukurzgekommene Magengrimmen bekommen bei der Vorstellung, dass ein arbeitsloser, nutzloser Faulpelz ihnen auf Malle den Strandplatz wegschnappen könnte, müsst ihr einen Gedanken daran verschwenden, wie ihr eure Familie - möglichst süß - ernähren wollt.

"Du musst dein Leben ändern!" (Rilke)


  • Bildet Banden! Tut euch zu Gemeinschaften zusammen! Ihr müsst nicht gleich in eine Kommune ziehen, aber vielleicht wäre ein Mehrgenerationenhaus eine feine Sache? Oder ein Bauprojekt mit guten Freunden? "It takes a village to raise a child" lautet ein afrikanisches Sprichwort.
  • Arbeitet in der Nähe! Wenn der Job nicht zu euch kommt, dann erwägt einen Umzug. Das spart nebenbei noch die Benzinkosten und schont die Umwelt.
  • Seid kreativ! Gibt es andere Möglichkeiten, Geld zu verdienen als im angelernten Beruf? Kommt Selbstständigkeit in Frage? Tagespflege? Wie wäre es mit einem eigenen Rockzipfel-Projekt, wie z.B. dem in Leipzig?
  • Spart Geld und arbeitet weniger! Im Ernst! Geht eure Finanzen durch und schaut, wo ihr mit weniger Geld auskommen könnt. GEZ-Gebühren? Nur noch einmal in der Woche einkaufen? Bessere Essensplanung? Gemüse selbst anbauen? Einen Ofen anschaffen? Dafür gibt es gute Hilfen im Internet!
  • Nehmt eure Kinder mit zur Arbeit. Nicht immer, aber öfter als nie. In manchen Betrieben gibt es Mikis (Mitarbeiterkindertage), vielleicht bald auch in deinem?
  • Das geht alles nicht? Na, dann müssen deine Kinder eben ohne dich groß werden - Schade!

    Arbeit findet sich überall

    Euer Kind möchte gar nicht immer in den Mittelpunkt kindlicher Bespaßungsaktionen gestellt werden, sondern einfach an eurem Leben Teil haben. Da Kinder soziale Wesen sind, wollen sie nicht aus dem ausgegrenzt werden, was ihr gemeinhin "Arbeit" nennt: Bügeln, Wäsche machen, abwaschen, Betten machen etc. Wenn Kinder schon nicht mit in den Betrieb dürfen, dann lasst sie dort kooperieren, wo es machbar ist. Lernt Hausarbeit wieder als Prozess zu betrachten, der Spaß macht, v.a. wenn man sie zu zweit oder zu dritt ausführt und dabei ein nettes Gespräch führt.

    Arbeit macht das Leben süß!


  • Erledigt Arbeit mit den Kindern zusammen - aber lasst euch nicht "helfen".
  • Lasst euer Kind ohne Kritik in seinem Tempo arbeiten. Wenn ihr an einer kooperationswilligen Zweijährigen rumerzieht, damit sie den Abwasch sorgfältiger macht, wird sie schnell die Lust verlieren.
  • Überlegt, welche kindgerechten Aufgaben in eurem Haushalt warten: Socken rollen, Wäsche in die Maschine füllen, Tisch decken. Wischen steht bei den meisten Kindern hoch im Kurs.
  • Viele Haushaltsgeräte gibt es in "Mini" - Staubsauger, Handfeger und Schaufel, Besen, Putzlappen, Wischmop.
  • Vergesst euren Perfektionismus oder lernt, wie ihr schneller aufräumen könnt, was euer Kind verwüstet.
  • Lernt Gelassenheit: Die Stromrechnung wächst nicht ins Überirdische, nur weil der Kühlschrank mal etwas länger auf steht, ein Glas gibt es bei IKEA für unter 2 Euro und Messer sind gar nicht so scharf, wie man glaubt.
  • Ein leichter Hocker, vielleicht sogar mit Stufen, ermöglicht es eurem Kind, selbstständig höhere Ebenen zu erklimmen und in luftiger Höhe beim Arbeiten mitzumachen.
  • Ein Gefühl für Wasser erwirbt man nur durch Panscherei. Ein Gefühl für Seife leider auch.
  • Links:
    www.flylady.orgEin ganz witziges System, um Ordnung ins häusliche Chaos zu bringen.
    www.umsonstladen.deWie der Titel schon sagt: ein tolles Projekt
    www.freecycle.orgEin Verschenknetzwerk
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    www.naturwindeln.deHier lohnt es sich zu sparen! Eine unglaublich vollständige Seite zum Thema Naturwindeln. Und mir ist immer noch schleierhaft, wie jemals ein Mensch ausrechnen kann, dass Wegwerfwindeln billiger sein sollen ...